Aus für Ratte und Maus

Ratten und Mäuse können auf einem landwirtschaftlichen Betrieb großen Schaden anrichten. Eine effiziente Bekämpfung von Schadnagern ist aber möglich.

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Eine effiziente Bekämpfung von Schadnagern ist möglich © Agravis
Im landwirtschaftlichen Bereich ist eine kontinuilierche Bekämpfung der Schadnager unbedingt notwendig. Halten Sie die daher Hygienemaßnahmen ein, verwenden Sie den Nagern angepasste Köderformen und bringen Sie diese sorgfältig aus.

Mäuse und Ratten sind Kranksheitsüberträger

Ratten und Mäuse sind weltweit die Hausschädlinge Nummer 1. Die Schadnager richten in Summe einen Schaden in Millionenhöhe an. Mit Beginn der kühlen Jahreszeit zieht es die Tiere wieder in Gehöfte, Stallungen, Keller und Speicher. Sie schaden den Menschen durch Fraß, die Zerstörung von Verpackungen, das Anknabbern von Kabeln, durch Kot und Urin sowie die Übertragung von Krankheiten.

Vorbeugende Maßnahmen

Mit dem Auslegen von Gift alleine ist es nicht getan. Zuerst müssen die Hygienemaßnahmen verbessert werden.
  • Ausgefressene Holztüren mit Blech verschlagen
  • Löcher und Risse zubetonieren (Glasscherben beimengen!)
  • Öffnungen im Kellerbereich mit kräftigem Drahtgitter verschließen
  • Futterreste in Winkeln entfernen
  • Abfälle möglichst geschlossen lagern
  • Türen nicht unnötig offen lassen

Erkennen des Befalls

Ratten und Mäuse sind sehr vorsichtig und scheu, Ratten eher dämmerungs- und nachtaktiv. Wir bekommen sie eher selten zu Gesicht, jedoch sind ihre Zeichen der Anwesenheit nicht zu übersehen. Diese sind Fraß- und Nagespuren, Urinmarkierungen und -geruch, Kot, Geräusche sowie Spuren und Trittsiegel. Bei Mäusen riecht man oft den typisch scharfen Geruch („mauseln“).

Direkte Bekämpfung

Sie bevorzugen eine giftfreie Bekämpfung und haben keine fangtüchtigen Katzen oder Hunde? Es bleibt Ihnen nur eine Schlag- oder Lebendfalle. Ratten sind aber sehr intelligente Tiere, und eine tote Ratte in der Falle lässt alle weiteren Fangversuche weitgehend scheitern. Der auf dem Markt angebotene Mäuseleim ist aus tierquälerischer Sicht eher bedenklich.

Köder, die Nager gerne fressen

Die andere Variante sind Ködermittel. Die Wirkstoffe, die heute angeboten werden, hemmen die Blutgerinnung. Sie wirken langsam und schmerzlos. „Köderscheue“ bleibt somit aus. Wichtig ist die Attraktivität des Köders (Formulierung und ein eventuell beigemischter Lockstoff ). Bei den Nagern sehr begehrt ist die Pastaformulierung (Bonirat Pasta, Storm Paste, Desintec RodEx Pastenköder). Diese ist sehr feuchtigkeitsbeständig und kann von den Nagern nicht in ihre Verstecke verschleppt werden. Paraffinierte Köder (Wachsblöcke) wie Bonitop Waxblock oder Storm Happen sind zwar sehr nässebeständig, doch werden diese nur von Wanderratten gerne angenommen. Darüber hinaus gibt es noch die Pelletsformulierung (z. B. Storm Pellets), die wegen der hohen Verschleppungsgefahr nur in Köderstationen angewendet werden sollte.

Ausbringung der Köder

Ratten und Mäuse sind sehr geruchsempfindlich, daher den Köder niemals mit der bloßen Hand berühren. An den von Nagern begangenen Stellen den Köder in mehreren Portionen auslegen und ständig kontrollieren. So lange frischen Köder nachlegen, bis nichts mehr gefressen wird (alte Köderreste entfernen!). Der Köder muss „geschützt“ ausgebracht werden. Das heißt, den Köder abdecken (Bretter, Dachziegel, ...) oder in speziellen Köderstationen („Boxen“) ausbringen. Die Nager fühlen sich dort geschützt, der Zugang von Nutz- und Haustieren wird verhindert.

Neue Vorschriften für Rodentizide

Seit 1. März 2018 sind Rodentizide mit blutgerinnungshemmenden Wirkstoffen ab ≥ 0,003 % Wirkstoffgehalt als reproduktionstoxisch gemäß CLP-Verordnung eingestuft. Für private Verbraucher (nicht-berufsmäßige Verwender) sind Wirkstoffe der zweiten Generation (Bromadiolone, Difenacoum etc.) aus Gründen des Umweltschutzes gänzlich verboten. Das bedeutet, dass diese Produkte nicht mehr für private Verbraucher (nicht-berufsmäßige Verwender) zur Verfügung stehen. Neu ist auch eine Mindestgröße von 3 kg für Verpackungen für berufsmäßige Verwender oder konzessionierte Schädlingsbekämpfer eingeführt worden. Die entsprechenden Produkte werden künftig ein Etikett „Nur für die berufsmäßige Verwendung“ tragen. Damit kommt zum Ausdruck, dass die Produkte für private Verbraucher („nicht-berufsmäßige Verwender“) verboten sind. Ein Landwirt wird in dem Zusammenhang als berufsmäßiger Verwender angesehen. Wirksame Produkte sind daher für einen landwirtschaftlichen Betrieb seit 1. September 2018 nur mehr in Gebinden ab 3 kg erhältlich. Kleinere Packungen, die vor diesem Termin gekauft wurden, dürfen noch bis zum 1. März 2019 verwendet werden.

Fragen Sie Ihren Fachberater

Mehr Infos gibt es auf www.biozide.at. Ihr Lagerhaus-Berater unterstützt Sie gerne bei Detailfragen mit fachlich fundierten Informationen.

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Autor:
Ing. Kurt Graf, Michael Glösmann, RWA